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Gemeinde Großerlach - Mit staatlich anerkanntem Erholungsort Grab

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Toilette für Alle - auch im Ländlichen Raum

Barrierefrei am UNESCO Welterbe Obergermanischer Limes
 
Mit dem Förderprogramm „Toilette für Alle“ möchte das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg einen Anreiz schaffen für ein möglichst flächendeckendes Angebot an barrierefreien Rollstuhltoiletten, die zusätzlich mit einer Pflegeliege für Erwachsene, Patientenlifter und Windeleimer ausgestattet sind. Sie erleichtern Menschen, die inkontinent sind, den Alltag. Rund 60 solcher Einrichtungen gibt es inzwischen landesweit, zwei davon befinden sich im Rems-Murr-Kreis.
 
Eine dieser immer noch viel zu seltenen Toiletten steht nun im Erholungsort Grab der Gemeinde Großerlach und wurde in coronabedingt kleinem Rahmen nun abgenommen und freigegeben. Bürgermeister Christoph Jäger und Ortsvorsteher Georg Holub durften hierfür Jutta Pagel-Steidl mit Begleitung begrüßen, welche als Geschäftsführerin des Landesverbandes für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung im Auftrag des Ministeriums das Projekt von Anfang an beratend begleitete. „Eine „Toilette für alle“ ist weit mehr als eine Rollstuhl-Toilette“, so Pagel-Steidl. Zielgruppe sind Menschen, die inkontinent sind und eine „normale“ Toilette nicht nutzen können. Sie tragen Windeln. Diese müssen unterwegs gewechselt werden. Und dazu braucht man einen menschenwürdigen Ort. Oder wollten Sie auf dem Fußboden einer öffentlichen Toilette, hinter einem Busch oder auf der Rückbank des Autos gewickelt werden?“ Rund 380.000 Menschen sind schätzungsweise davon betroffen.
 
Installiert wurde die „Toilette für alle“ in der vorhandenen Aussegnungshalle auf dem Friedhof in Grab. Dort soll sie aber nicht nur den Friedhofbesuchern zur Verfügung stehen, sondern vor allem auch Gästen der weltweit einzigartigen Anlage des UNESCO Welterbes Obergermanischer Limes auf dem Heidenbuckel. Die Bedeutung dieses Kulturdenkmals und die Möglichkeit für die ganze Familie, mit Kinderwagen, Rollstuhl und Rollator von Grab zum Limesturm zu wandern, waren die Gründe, weshalb der Landesverband für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung Baden-Württemberg den Standort von Anfang an unterstützt hat. Das Land hat sich mit einem Zuschuss in Höhe von 90 Prozent an den Kosten für die Zusatzausstattung beteiligt. „Ich kenne die herrliche Region rund um Großerlach gut. Und dass hier nun so eine Möglichkeit an dieser kulturhistorisch einzigartigen und bedeutsamen Anlage geboten wird, freut mich darum ganz besonders“, so Pagel-Steidl. Die Gemeinde Großerlach habe mit der „Toilette für alle“ einen wichtigen Beitrag für Inklusion geleistet. Niemand unternehme den „Ausflug uns Grüne“, wenn es unterwegs keine Möglichkeit zum Windelwechsel gibt.
 
Das Thema Barrierefreiheit auch im Tourismus entspricht aber nicht nur den Zielen des Sozialministeriums, sondern auch des EU-Förderprogramms LEADER, was in Kombination letztlich entscheidend zur Verwirklichung des Projektes beitrug, denn neben der erforderlichen Ausstattung mussten vor allem umfangreiche Umbaumaßnahmen an der Aussegnungshalle durchgeführt werden. Die Gesamtkosten von rund 50.000 € konnten somit zu einem bedeutenden Anteil durch Fördermittel in Summe von rund 24.000 € refinanziert werden.
 
Für die Gemeinde Großerlach war der Umbau ein schlüssiger weiterer Schritt in Richtung mehr Barrierefreiheit gerade auch in ländlichen Regionen. So wurden bereits die entlang des Weges angebrachten Infotafeln rollstuhltauglich als Pulte erstellt und der Zugang auf das Limesareal für Rollstuhlfahrer/innen verbessert, als 2014 in Kooperation mit dem Landkreis und ebenfalls gefördert aus dem LEADER Programm, ein Geh- und Radweg als Verbindung der Ortschaft Grab mit dem Limesareal gebaut wurde. Aber damit ist das Gesamtprojekt noch nicht abgeschlossen. Als weiterer Schritt sollen nun 2021 erneut in Kooperation mit dem Landkreis Rems-Murr-Kreis die am Friedhof gelegenen Bushaltestellen barrierefrei hergestellt werden. Bürgermeister Christoph Jäger freute sich auch darüber, dass dieses Gesamtprojekt künftig im Tourenangebot der inklusiven Wanderbotschafter/innen im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald ein kulturhistorisches Highlight darstellen wird. Verbunden mit herzlichen Grüßen des Wanderbotschafterteams im Naturpark konnte er den Gästen den noch am selben Vormittag druckfrisch eingetroffenen Tourenflyer präsentieren.

v.l.: Jutta Pagel-Steidl, Georg Holub, Christoph Jger
Hinweis: Die Aufnahme erfolgte am 23.10.2020 vor dem erneuten Corona Lockdown
v.l.: Jutta Pagel-Steidl, Georg Holub, Christoph Jger
Hinweis: Die Aufnahme erfolgte am 23.10.2020 vor dem erneuten Corona Lockdown

Info zu Wanderbotschafter:
 
Projekt: Inklusive Wanderbotschafter/-innen im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald
 
Maßnahmenträger: Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. (BSK) | www.bsk-ev.org | wander@botschafter.bsk-ev.org
 
Projektförderung: Aktion Mensch e.V.
 
Projektpartner: Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald, Kreisjugendring Rems-Murr-Kreis

Flyer unter:  www.naturpark-sfw.de

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